Best-Practise-Beispiel für Automatisierung

Baggerst du noch oder sparst Du schon?

Ein „Best-Practise-Beispiel“ für Automatisierung liefert die Harald Gollwitzer GmbH mit ihrer jüngsten Investion: Dank der frisch erworbenen Kombination aus vollhydraulischem OiQuick-Schnellwechsler und MTS-Wechseladapterverdichter mit Elektro-Kit können die Baugeräteführer des H. Gollwitzer Tief- und Spezialbau-Unternehmen künftig nicht nur Anbaugeräte von der Fahrkabine aus wechseln, sondern auch die Grundplatten des hochmodernen Anbauverdichters. „Gefühlt spart uns das mehr als 30 Prozent an Zeit“, meint Projektleiter Manfred Brunner. Um weitere Einsparpotenziale zu nutzen, beauftragte er die MTS-Konstrukteure mit einer weiteren Wechselplatte, deren Form auf die Profilgeometrie von Spundwänden hin konzipiert wird. Doch auch jenseits seiner Verdichtungstechnologie setzt Gollwitzer auf fortschreitende Automatisierung.

„Wer dem zunehmenden Kostendruck der Baubranche nachhaltig begegnen und trotzdem Qualität liefern will, kommt an innovativer Automatisierungstechnologie nicht mehr vorbei“, so Manfred Brunner. „Unterm Strich geht es deshalb immer darum, Baustellenabläufe zu optimieren und Einsparpotenziale zu nutzen.“ Dass die Notwendigkeit zum Umdenken beim Unternehmer anfängt, aber nicht aufhört, weiß er aus Erfahrung: „Baugeräteführer, die mit innovativer Tiefbautechnologie arbeiten, müssen einfach mehr mitdenken und sich besser organisieren, damit immer alle nötigen Anbaugeräte im Zugriff sind“, so Brunner. In Zeiten, in denen gutes Personal Mangelware ist, sei das aber von Vorteil, weil die Automatisierung Geräteverantwortung mit sich bringt. „Die jungen Leute von heute reizen HighTech-Geräte einfach mehr als Pickel und Schaufel.“ Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist für das Unternehmen H. Gollwitzer dieser Umstand fast genauso wichtig wie die Einsparpotenziale, die damit einhergehen: „Schließlich ist und bleibt der Schlüsselfaktor jeder richtig verstandenen Automatisierung immer der Mensch“, so Brunner. „Hinzu kommt, dass nur die Unternehmen ihren Mitarbeitern eine Zukunft bieten können, die ihre Preise und Ergebnisqualität halten und gleichzeitig ihre Produktivität steigern können.“

So hat sein Unternehmen diesen Sommer rund 200.000 Euro in die Hand genommen, um den Fuhrpark aufzurüsten. Investiert wurde zum einen in die Vorrüstung mit OilQuick-Schnellwechslern, zum anderen in weitere Automatisierungstechnologie, die Bauabläufe im Bereich Straßen- und Kanalbau, Spezialtiefbau und Hochwasserschutz optimieren. Zuletzt in einen Tiltrotator, der beim Verfüllen von schwer zugänglichen Seitenbereichen zum einen das Abziehen mit dem Löffel erlaubt und zum anderen den Einsatzbereich des Baggers und dessen Aktionsradius auf ein maximales Maß erweitert.

Doch nicht nur in punkto Flexibilität der Anbaugeräte setzt Gollwitzer aufs Ganze. Das rund 130 Mann starke Bauunternehmen will perspektivisch auch aus seinen Trägergeräten das Maximum herausholen und mittels der neuen 3D-Baggersteuerung von MTS zur „Leitzentrale“ seiner Baustellen machen. Um hier schon einmal „vorzufühlen“, schickte das Unternehmen Brunner zu einer herstellerunabhängigen Schulung der MTS-Akademie. Diese widmete sich dem Thema Datenaufbereitung informierte und anhand von Praxisbeispielen anschaulich über Möglichkeiten und Grenzen der neuen 3D-Technologie.