Jedem Stein ein zweites Leben geben: MTS-Bodenaufbereitungsverfahren im Einsatz bei der Firma Feess

„Von den rund 550 Mio Tonnen jährlichen Schüttgüterbedarf, die wir Stand heute seitens der deutschen Baubranche allein in Deutschland verzeichnen, lassen sich perspektivisch deutlich mehr als bisher über die güteüberwachte Wiederaufbereitung der rund 220 Millionen Tonnen mineralischer Abfälle ersetzen – mit jeder Menge Luft nach oben“, ist Feess-Vertriebsmann Thomas Allmendinger überzeugt. „Das e.p.m-Verfahren von MTS leistet an dieser Stelle einen wertvollen Beitrag und ist ein wichtiger Lösungsbaustein der Kreislaufwirt-schaft. Er eignet sich insbesondere für Baumaßnahmen, die wenig Platz für größere Wieder-aufbereitungsanlagen bieten und ein ‚mixed in place‘ Verfahren nahelegen. Das Potenzial ist gewaltig und bleibt trotz Kommunikation und fortschreitendem Klimawandel vielfach unbeachtet.“

„Bei uns kommen alle denkbaren Abfälle rein. Und von allem, was reinkommt, bereiten wir nahezu 100 Prozent wieder auf – bei einer materialabhängigen Wiederverwertungsquote von 75 bis 80 Prozent.

Die Aufbereitung von Böden spielt dabei eine wichtige Rolle, geht allerdings weniger über unseren Platz. Wo möglich versuchen wir aber beispielsweise anstehenden Boden vor Ort mit Kalk aufzubereiten und zu vermitteln, um ihn auf der nächstgelegenen Baustelle einzusetzen, die ihn wieder einbaut.“ 

„Boden-Recycling“ – Möglichkeiten und Potenziale

Schon die Bezeichnung „Boden-Recycler“ findet Thomas Allmendinger treffend: „Denn sie impliziert, dass anstehender Boden grundsätzlich nie Abfall, sondern immer potenzieller Wertstoff ist, der (sofern nötig) hochwertig aufbereitet gehört: Um Ressourcen zu sparen und unseren CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren, was wirklich jedem Bauherren anschaulich vor Augen geführt werden sollte. 

Entsprechend haben wir für diese spezielle Art der Aufbereitung rund 15 MTS-Bodenrecycler und meh-rere Bindemittelstreuer im Einsatz. So beispielsweise auf einer Bau-stelle in der Nähe von Ulm, wo wir dank dieser Ausstattung rund 3.000 LKW-Ladungen Baugrubenaushubs nicht wegfahren brauchten, weil wir 80 Prozent des steinhaltigen Materials wieder aufbereiten und bei Erschließungs- oder Infra-strukturmaßnahmen innerhalb von Wohngebieten wieder in Einsatz bringen konnten. Zum Beispiel als Splitt für die Einbettung von Kanalrohren oder teilweise als Frostschutzmaterial. Indem wir die Steine über unsere Bodenrecycler auf verschiedene Korngrößen bringen und so vor Ort den Vorschriften ent-sprechendes Material herstellen konnten.“

Das Einsparpotenzial, das sich bei einer bundesweiten Umsetzung dieser und ähnlicher Wiederverwer-tungs-Beispiele erreichen ließe, sei enorm, resümiert Allmendinger und liefert noch ein Spezial-Beispiel. „Der eben erwähnte Lehm lässt sich bei entsprechender Aufbereitung auch in anderen Zusammenhän-gen wiederverwenden – beispielsweise als Lehmputz oder Lehmstampf. Dazu haben wir aktuell eines unserer Forschungsprojekte mit der TU Berlin laufen haben. Selbst die Herstellung von Ersatzhumus beruht auf dem Prinzip der Bodenverbesserung.“

Der Recycling-Gedanke ist längst keine Lobby- oder Strategiefrage mehr 

„Jeder dieser einzelnen Bausteine ist ein aktiver und wirklich gelebter Beitrag gegen den Klimawandel und tausendmal mehr wert als jedes noch so hochgestochene Wort. Denn jeder dieser Bausteine bedeutet ganz konkret: weniger Verkehr, weniger CO2-Ausstoß, weniger Primärrohstoff-Verbrauch, we-niger Deponie-Verfüllvolumen und dadurch auch weniger Landschaftsverbrauch, weil Schotterwerke doppelt so lange halten“, schließt Allmendinger seine Ausführungen. „Kurz: Der Recycling-Gedanke ist längst keine Lobby- oder Strategiefrage mehr, sondern eine faktische Überlebensfrage für unsere Gesellschaft.“