Nachwuchskräfte aufgepasst!

MTS ist bekannt für seine „alten Hasen“: Hochkarätige Experten und gestandene Fachkräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft, die sich mit ihrer breit aufgestellten Kompetenz in der Branche einen Namen gemacht haben. Doch auch der Nachwuchs lässt sich nicht lumpen und erklimmt die steile Karriereleiter des aufstrebenden Unternehmens mit kreativen Meisterleistungen. So beispielsweise Alexander Kohler, der vom CNC-Bediener zum Schichtleiter aufstieg und nach dem Abschluss seines Industrie- und Handwerksmeisters schon die nächsten Pläne vor Augen hat.

Stolz präsentiert der junge MTS-Kollege sein Meisterstück, das er von der Idee bis zur Fertigung völlig eigenhändig umgesetzt hat. „Letzten November war der Kickoff bei der Handelskammer Reutlingen: Wir hatten nach der Themenvorgabe gerade einmal 30 Minuten Zeit, unsere Idee für die Grundkonzeption zu entwickeln und in Form einer Skizze festzuhalten. Diese Skizze war dann der verbindliche Leitfaden für die Umsetzung, die in den nächsten Monaten folgte.“

Kohler durchlief dabei alle Stationen – von der Konstruktion des CAD-Modells in Solid-Works über die Freigabe bei dem durch Handelskammer-Mitarbeiter repräsentierten Kunden, die Kalkulation, Kräfteberechnung, Teilefertigung und Montage bis zum 3D-Druck des Modells für die abschließende Vorführung mit Verkaufsgespräch vorm HK-Gremium. Weit über 100 Stunden investierte er insgesamt in die Ausarbeitung und verbrachte davon viele an freien Wochenenden mit der Fertigung von Einzelteilen in der MTS-Manufaktur – mit höchstpersönlicher Genehmigung durch den MTS-Vorstandsvorsitzenden Rainer Schrode.

Die Idee zu seinem Meisterstück hob sich von denen seiner Mitstudenten durch das geschlossene System ab. „Zwecks Hygiene“, erklärt Kohler: „Erst wird gepresst und dann gezapft.“ Gleich ob Orangen, Grapefruit, Limetten oder Zitronen: Mit der rund 400 ml Saftvolumen fassenden Presse lassen sich alle Zitrusfrüchte zu leckeren Getränken verarbeiten. Als zusätzliche Gimmicks konstruierte Kohler zwei Absiebungen für Säfte ohne oder nur mit feinem Fruchtfleischanteil, mit abnehmbarem Behälter für die einfache Reinigung und verstellbaren Krücken für die Anpassung an unterschiedliche Höhen der Zapfgläser.

Der Materialwert seines Prototypen liegt bei rund 2.000 Euro. „Bei einer Produktion von 1.000 Saftpressen könnten wir beim Verkaufspreis aber auf ca. 370 Euro runtergehen“, erwidert Kohler zwinkernd die hochgezogenen Augenbrauen seines Chefs. „Das Ergebnis kann sich in jedem Fall sehen lassen“, findet Unternehmensentwickler Harald König und auch Kohler selber ist zufrieden. Nicht nur mit seiner Zitruspresse, sondern auch mit seiner beruflichen Entwicklung: „Man lernt wirklich viel, wenn man mal von Anfang bis Ende federführend am Werk ist. Der Fokus verschiebt sich – auch persönlich: Plötzlich siehst du alles anders, wirst reifer und gehst die Dinge auch privat ganz anders an.“ Auch Produktionsleiter Raphael Hummel zeigt sich glücklich über den erfolgreich absolvierten Meister: "Wir sind immer froh wenn sich ein Kollege einbringt, weiterbildet, Verantwortung übernimmt und sich so für weitere höhere Aufgaben empfiehlt. Entsprechend unterstützen wir die Weiterbildung und Qualifizierung aktiv von Unternehmensseite.".

Rückblickend hätte Kohler sich vor fünf Jahren nicht annähernd vorstellen können, wo er heute steht: „Ich habe seinerzeit als CNC-Bediener angefangen, bin dann recht schnell zum Schichtleiter aufgestiegen und habe jetzt dank Unterstützung von MTS berufsbegleitend meinen Meister machen können. Was will man mehr: Ein Job mit Perspektiven in einem aufstrebenden Unternehmen direkt vor der Haustür.“ Und auch für die Zukunft seiner Zitruspresse hat Kohler schon Visionen und verabschiedet sich abermals mit Augenzwinkern: „Wie wäre es mit einem Hydraulikantrieb für die Präsentation mit Bagger auf den nächsten Demo-Tagen?“