MTS-NAVI modelliert die erste E-Bike-Teststrecke Deutschlands

Im schwäbischen Kusterdingen hat die Firma Stumpp für Bosch die erste E-Bike-Teststrecke Deutschlands erstellt. „Das Bauprojekt ist im Hinblick auf die aufwendige Modellierung der kleinräumigen Oberflächenstrukturen eine echte Musterbaustelle für den Einsatz einer 3D-Baggersteuerung“, meint Vermessungsingenieur Achim Mayer: „Allein bei der Erstellung des filigranen Geländeparcours hat uns das MTS-NAVI im Vergleich zur konventionellen Vermessung mehr als 50 Prozent an Zeit gespart. Ähnlich mustergültig findet Mayer die mit der Digitalisierung einhergehende Neudefinition von Berufsbildern: „Denn die ist vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels Voraussetzung, um Nachwuchskräfte wieder für die Bauwirtschaft zu interessieren. Die Digitalisierung bietet uns eine einmalige Chance dafür.“

Rund 7.000 qm Geländefläche waren mittels MTS-NAVI und MTS-Rover zu gestalten: Mittlerweile fügen sich rund um den mittig gelegenen Hügel diverse Treppen, unterschiedlich gepflasterte Flächen, Felsabgänge und sogar eine Wasserdurchfahrt zu einem interessanten Test-Parcour von insgesamt rund 650 m Länge. „Wenn der Geräteführer beim Baggern seinen Löffel entlang dem digitalen Geländemodells auf dem ToughPad navigiert, erinnert das ein wenig an ein Computerspiel“, so Mayer: „Das Netz aus Dreiecksvermaschungen zeigt ihm immer exakt an, wo Boden entfernt oder aufgebracht werden soll. Sprich: Er
hat immer alles im Blick – seine Löffelspitze und parallel zum Geländemodell beispielsweise auch die Linien für den zu erstellenden Fahrbahnrand.“

Vom Bau für den Bau

Mayers Kollegen arbeiten gern mit der neuen Software und brauchen nur selten seine Unterstützung. „Kein Wunder“, findet der Vermessungsingenieur. „Das MTS-NAVI ist eine echte Bau- und keine Vermessungssoftware. Man merkt, dass sie speziell für den Bedarf des Tiefbauers entwickelt wurde: Sie ‚denkt‘ wie die Leute vom Bau und führt den Nutzer direkt zum Ziel. Und falls doch mal Fragen auftauchen, reagiert der MTS-Support sofort. Auch Zwischenabsteckungen und Korrekturen können meine Kollegen mittels Rover selbstständig ausführen.“

Neue Aufgaben für Vermesser

Entsprechend hat sich Mayers Aufgabenfeld in den letzten Jahren sehr verändert: „In der Zeit, in der ich früher die Absteckungen für eine Baustelle abgewickelt habe, manage ich heute die Plandaten parallel für mehrere Baustellen: Dafür prüfe und korrigiere ich, wo nötig, die Daten vom Planer, messe die Basis ein, passe den Plan in das entsprechende Koordinatensystem ein und übertrage ihn danach aufs ToughPad. Nach diesen Vorbereitungen schaue ich, dass auf den Baustellen alles seitens der Technik sauber läuft und übernehme, falls nötig, den First-Level-Support per Fernzugriff auf die Maschine für meine Kollegen.

Nachholbedarf bei den Planern

Hinsichtlich der Kommunikation mit Planern und Auftraggeber resümiert Mayer: „Die lief bei dieser Teststrecke einwandfrei. Das ist aber nicht immer der Fall: Architekten haben für die Höhenangaben zum Planum oft ähnlich wenig Bezug wie der Tiefbauer zur Küchenplanung. Der eine denkt in Gauß-Krüger-Koordinaten, der andere in Planquadraten, in denen unten links eine Null steht. So erhalte ich oft Pläne,
die mit Daten überfrachtet sind, die den Tiefbauer nicht interessieren oder in denen baurelevante Informationen fehlen. Ein typisches Beispiel sind Pläne, die nicht georeferenziert sind. Kurz: Wo in 2D geplant und in 3D gebaut wird, ist die Datenaufbereitung aktuell noch ein Thema mit einem großen Optimierungspotenzial.“

 

Denkt wie die Leute vom Bau
„Das MTS-NAVI ist eine echte Bau- und keine Vermessungssoftware. Man merkt, dass sie speziell für den Bedarf des Tiefbauers entwickelt wurde, denn sie ‚denkt‘ wie die Leute vom Bau.“
Achim Mayer,
Vermessungsingenieur (Stumpp)