Geotextilien in der Bodenaufbereitung

Hangsicherung mit verbessertem Boden

Wie sich durch geschicktes Bodenmanagement ein klarer Wettbewerbsvorteil erzielen lässt, zeigte die Laufenburger Firma Erne bei einer Baustelle im schweizerischen Küttingen. Das findige Tiefbauunternehmen hatte über ein technisches Nebenangebot zur Bodenaufbereitung den Zuschlag für den Bau einer bewehrten Hangbefestigung erhalten: Die für die Böschungssicherung ursprünglich ausgeschriebenen 15.000 t Kiesmaterial wurden dabei komplett durch eine Verbesserung des anstehenden Bodens ersetzt. In Kombination mit dem Einsatz von Geotextilien landete Erne damit sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer Hinsicht einen Volltreffer.

„Die im Zuge der Umgehung NK 107 anzulegende Hangsicherungsmaßnahme erforderte Abtrag und Entsorgung einer bestehenden Böschung entsprechend der vorliegenden Trassengeometrie“, erinnert sich Manfred Nussbaum, der als Polier der Firma Erne die Baustelle im Kanton Aarau federführend betreute. „Es war naheliegend, das auszuhebende Material mit Bindemittel zu verbessern und im gleichen Arbeitsgang wieder zu Herstellung der Stützwand zu verwenden.“

Eine Frage der Dosierung
Aus der durchgeführten Eignungsprüfung ergab sich ein Bindemittelbedarf von 1-1,5 Massenprozent, was einer Menge von rund 22 kg Bindemittel pro m³ Boden entspricht. Zur Verwendung kam das Mischbindemittel Dorosol C30, welches durch seinen hohen Anteil an hydraulischen Bestandteilen die Erreichung einer ausreichenden Tragfähigkeit gewährleisten sollte. Die Statik sah vor, die auftretenden horizontalen Zugkräfte durch Einlage einer Zugbewehrung aus Geotextil, alle 27 cm Wandhöhe, aufzunehmen.

Aus den eindeutigen Vorgaben resultierte eine detaillierte Ablauf- und Personalplanung der Baustelle: Mit dem e.p.m-Bindemittelstreuer wurde Bindemittel dosiert und staubfrei auf den Bodenaushub ausgebracht, anschließend mit einem Schaufelseparator durchmischt und homogenisiert und im Anschluss sofort wieder eingebaut. Parallel dazu wurden Steine und andere Störstoffe abgesiebt.

Manfred Nussbaum fühlte sich schon nach wenigen Tagen darin bestätigt, dass er auf das richtige Verfahren gesetzt hatte: So konnte er beim Aufbereiten, Homogenisieren, Einbauen und Verdichten Tagesleistungen von bis zu 700 m³/d realisieren, während sich die durchschnittliche Einbauleistung bei 350 m³/d einstellte. Im Einsatz kamen dabei für die Bodenverbesserung ein Bagger EC240 mit Schaufelseparator (SM 3-17/ X 75), ein e.p.m-Bindemittelstreuer, ein Bindemittelsilo 22 m³ mit Druckentleerung und für den Einbau ein Dumper, ein 5-t-Bagger und ein 7-t-Walzenzug.

Um im Hinblick auf die geforderte Tragfähigkeit und den Verdichtungsgrad auf Nummer sicher zu gehen, ließ er die Baustelle laufend durch Eigenüberwachungs- und Fremdprüfungen kontrollieren, fand dabei jedoch nie Grund zur Beanstandung. Unterm Strich resümiert Nussbaum begeistert: „Die Wiederverwertung des Bodenaushubs bedeutet einen klaren Kostenvorteil, eine wesentlich geringere Umweltbelastung und einen beschleunigten Baustellenfortschritt, da Transporte zur Deponie sowie Materialtransporte zur Baustelle entfallen.“