Forschung und Entwicklung im Hause MTS: Wissenschafft trifft Anwendung - Die Entstehung des MTS-Verdichtungsassistenten

Auf welch ungewöhnlichen Wegen Wissenschaft und Anwendung einander befruchten können, beweist die Entstehungsgeschichte des MTS-Verdichtungsassistenten. Die LED-Blinkanzeige zeigt dem Geräteführer das Ende der Verdichtung an. „Man könnte fast von einer jungfräulichen Zeugung sprechen“, zwinkert Dr. Alexander Beetz, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei MTS: „Denn ursprüngliches Forschungsanliegen und letztendliches Praxisergebnis stehen beim Verdichtungsassistenten in keinem beabsichtigten Zusammenhang.“

Geboren wurde die Idee des Verdichtungsassistenten im Zeichen der Wissenschaft: Ein Mikro-System-Cluster (EASYS-WYN) wollte energieautarke funksynchronisierte Sensornetzwerke unter extremen Belastungen testen. Die Erschütterungen eines im Einsatz befindlichen Anbauverdichters schienen dem Forscherteam als ideale Testbedingung und wurden Anlass für den verhängnisvollen Flirt in Richtung Praxis.

Schwingungsmessung erfasst Verdichtungsendeverdichtungsassistent
Ausstattung des Anbauverdichters mit Sensoren Das Objekt der Begierde zeigte ebenfalls Interesse: Denn mittels zeitsynchroner Erfassung von Schwingungen durch Sensoren ergab sich eine Möglichkeit, die hauseigene Materialforschung voranzutreiben. Ungeplant war das im Nachhinein innovationspreisgekrönte Ergebnis dieser Tests: dass die Sensorsignale auch dazu geeignet waren, mittels Schwingungsmessung das Ende der Verdichtung anzuzeigen.

Feldversuche ergeben Schüttlagenempfehlungen
Parallel zu diesen Forschungen verlief die Forschungsarbeit von MTS-Bodenexpertin Ulrike Nohlen, die sich Verdichtungsprozessen von bindigen Böden widmete. Ihre Feldversuche verwendete die ehemalige Bauleiterin, um nachzuweisen, dass auch bei bindigen Böden das Verdichtungsende mittels Schwingungsmessung erfasst werden kann. Im Zuge ihrer Forschungsarbeit entstand ein weiteres „ungeplantes Kind“: Sie konnte nachweisen, dass sie – unabhängig von der Bodenart –allgemeine Schüttlagenempfehlungen formulieren kann.

Die Zukunft weist in Richtung „selbstlernende Mustererkennung“
Aus der Zusammen Sensor-Datenaufzeichnung ührung beider Ergebnisse wurde in diesem Jahr das Förderprojekt MUSKETIER geboren, das sich der raumfüllenden Verdichtungskontrolle mittels selbstlernender Systeme widmet. „Eine Art künstlicher Intelligenz, die Bodenarten erkennt“, meint Nohlen und merkt dazu an: „Mehr darf aus nachvollziehbaren Gründen aktuell nicht verraten werden. Aber unsere Anwender dürfen gespannt sein.“ Noch einen weiteren Ausblick gewährt die heutige Leiterin des MTS-Piloten, indem sie einen Bogen zur 3D-Baggersteuerung spannt: „Indem wir das gewonnene Know-how zu den Schüttlagen in Software umsetzen, kann unser neuer Schüttlagenassistent Anwendern künftig auch digitale Führungsvorgaben für die Baggerschaufel liefern.“

Dr. Beetz schließt: „High-Tech-Forschung und -Entwicklung bei MTS zielt immer darauf ab, Wissen aus der Praxis für die Praxis zu nutzen und nie zum reinen Selbstzweck werden zu lassen. Denn Ziel unserer Forschung und Entwicklung sind und bleiben handfeste Lösungen für Anwender.“