Neues MTS-Großrohrverlegegerät erhält zweiten bauma-Innovationspreis

Um auch Großrohre schnell und sicher vom LKW abladen, zwischenlagern, wiederaufnehmen und einbauen zu können, entwickelte die MTS AG in Zusammenarbeit mit der Gollwitzer GmbH eine für den BAUMA-Innovationspreis nominierte Speziallösung: Ein hydraulisches Rohrverlegegerät, das Rohrleitungen von DN1200 - 2200 mit einer Gebrauchslast von bis zu 15 to bewegen, verlegen, positionieren und transportieren kann. Doch damit nicht genug: In seiner zweiten Ausbaustufe kann das Anbaugerät nun sogar Großrohre fügen – und zwar ausschließlich über die hydraulische Energie des Baggers. Dank der neuen Produktlösung sind Kanalbaustellen schneller, sicherer und wirtschaftlicher durchführbar.

Das U-förmige Anbaugerät verzichtet komplett auf Kettengehänge und Anschlagmittel. Das herkömmliche, sicherheitstechnisch bedenkliche Anschlagen der Rohre über Leitern oder anderen Steigmitteln (mit einer Kette in 4 m Höhe) entfällt damit komplett. Da so kein Mann mehr durch Absturz gefährdet wird, erhöht sich das Maß an Arbeitssicherheit erheblich. Stattdessen kann der Geräteführer das Rohr dank der komplett hydraulisch gesteuerten Funktionen aufnehmen und positionieren. Durch die integrierte Pendellagerung mit Lastzellen kann der Geräteführer exakt feststellen, ob das Rohr bereits auf dem Rohrbett aufliegt oder die Last noch vom Trägergerät gehoben wird. Zudem kann er über den Laufwagen des Systems die Neigung des einzubauenden Rohres auf das erforderliche Gefälle ausrichten. Auch verschiedene Rohrlängen lassen sich auf diesem Weg problemlos waagerecht ausrichten und verlegen. Die hydraulisch betriebenen Laufrollen des Rohrverlegegeräts ermöglichen zudem ein lagegenaues radiales Ausrichten und Positionieren eines Gerinnerohrs.

Das millimetergenaue Fügen der Rohre erfolgt mithilfe einer fahrbaren Stützstrebe, die sich durch einen vertikalen Hydraulikstempel in das bereits verlegte Rohr klemmt. Die Rohrstrebe wird in der Rohrleitung mitgeführt und über einen Gurt mit dem hydraulischen Zylinder des Rohrverlegesystems am Bagger verbunden. Durch Anziehen des Gurts wird das einzubringende Rohr passgenau gefügt. Da das Rohrverlegegerät die Last über mehrere Angriffspunkte und über gummierte Schwerlasträder gleichmäßig verteilt, sind Spannungen im Rohr nahezu ausgeschlossen. Der komplette Vorgang des Rohrverlegens und Rohrfügens lässt sich auf diese Weise von der Fahrkabine aus steuern und lediglich das Einhängen des Gurts erfolgt noch manuell.

Das neue Rohrverlegegerät revolutioniert somit das Bauergebnis für alle Beteiligten: Der Bauherr erhält eine im Hinblick auf Qualität und Wirtschaftlichkeit nicht zu übertreffende Bauleistung, das Bauunternehmen kann Verlegeschäden an Rohren sowie die Gefährdung von Mitarbeitern ausschließen und die Großrohre in rund der Hälfte der Zeit verlegen.