Nebenangebot mit Bodenverbesserung Kanalbaustelle mit modernster Gerätetechnik

Der Optimist sieht in jeder Rezession eine Gelegenheit. So die junge Tiefbau- und Recyclingfirma Alexander & Oliver Wacker GmbH aus Filderstadt.Bei einer Kanalsanierung im städtischen Raum Filderstadt-Bonlanden wurde für den geplanten Kanalneubau ein kompletter Bodenaustausch vorgesehen.

Kosten zu reduzieren, hat die Firma Wacker hierzu eine alternative Bauweise mit einer Bodenverbesserung entsprechend der ZTVE-StB 94/97 nach Maßnahme 11 (Bodenverbesserung mit Bindemitteln) angeboten. Nach eingehender Prüfung, eine Gleichwertigkeit im Sinne der VOB § 25 Nr.5 lag vor, wurde das Nebenangebot gewertet.Die zum Teil äußerst schwierigen Bedingungen im städtischen Raum, wenig Platz, Anliegerverkehr usw. stellten eine große Herausforderung dar. Nach intensiver Beratung durch die Firma MTS Gesellschaft für Maschinentechnik und Sonderbauten aus Zwiefalten hat sich die Firma Wacker für ein komplettes Bodenaufbereitungs- und Verdichtungssystem der Firma MTS entschieden.

e.p.m-Kalkstreuer e.p.m-Kalkstreuer Für die Bodenverbesserung wurde hierzu für die Bindemittelausstreuung ein e.p.m-Kalkstreuer und für die Durchmischung des Bodenbindemittelgemisches ein Schaufelseparator eingesetzt. Der Einsatz erfolgte in einem Baumischverfahren. Hierzu wurde beim Kanalgrabenaushub der Aushub hinter dem Bagger abgelegt. Nach der Rohrverlegung (SB-Rohr DN 400) wurde das Bindemittel mit dem e.p.m-Streuer dosiert auf das Aushubmaterial ausgestreut. Um der Staubentwicklung entgegenzutreten, wurde das staubreduzierende Mischbindemittel Dorosol PRO von Georoc eingesetzt. Anschließend wurde mit dem Schaufelseparator das Bodenbindemittelgemisch aufgenommen und beim Mischen direkt in den Kanalgraben eingebracht. Durch die definierte Korngröße, die beim Mischen entsteht, konnte sogar das verbesserte Material entsprechend der DIN EN 1610 für die seitliche Verfüllung in der Rohrleitungszone verwendet werden.

Durch diese geniale Gerätetechnik konnte zum einen auf den Bodenaustausch verzichtet werden und zum anderen der LKW-Einsatz auf ein Minimum reduziert werden. Um die Produktivität zu erhöhen, wurde der Bagger mit dem OilQuick-Schnellwechselsystem ausgerüstet. Mit diesem Schnellwechselsystem wird ermöglicht, hydraulische Anbaugeräte im Sekundentakt zu wechseln. Dadurch bestand die Möglichkeit, eine neue Generation der Verdichtungstechnik wirtschaftlich einzusetzen. Bekanntermaßen ist neben der Wahl des Bindemittels und der Bindemittelmenge das richtige Verdichtungsgerät von großer Bedeutung. Um hierzu das Optimum zu erreichen, kam für die Verdichtung innerhalb der Rohrleitungzone und um die Schächte ein Rohrverdichter RVH TL 30 zum Einsatz. Dieser wird an den Bagger angekuppelt und mit der Hydraulik des Baggers betrieben. Durch den exzentrischen Aufbau der Rüttelplatte und dem 360° Drehwerk, kann vom Bagger aus beidseitig in der Rohrzone die Verdichtung vorgenommen werden. Nach der Verfüllung der Rohrzone kam für die Hauptverfüllung ein Plattenverdichter TL 200 zum Einsatz. Dieser wird für die Verdichtung ebenfalls an den Bagger angekuppelt und über die Hydraulik des Baggers betrieben. Intensive Untersuchungen haben ergeben, dass durch die enorme Schlagkraft und der intensiven Tiefenwirkung des Plattenverdichters über die doppelte Schüttlage als bei herkömmlichen Grabenwalzen eingebaut werden kann. Somit erzielt diese Kombination bis zur dreifachen Verdichtungsleistung. Untersuchungen nach dem Einbau (nach ca. 24 Stunden) mit indirekten Prüfverfahren haben ergeben, (hier mit einem dynamischen Plattendruckgerät nach der TP-BF Teil B 8.3), dass mit ca. 20 kg/m3 Mischbindemittel Dorosol C 50 Pro ein Verformungsmodul Evd von über 30 MN/m2 erzielt wurde.

Damit wurde neben der Kostenreduzierung eine weitgehende Automatisierung der Kanalbaustelle erreicht und als Synergieeffekt entsteht eine neue ökonomische Möglichkeit der Personalreduzierung.