Bodenverbesserung & Verdichtung im Kanalbau Automatisierung durch Systemlösung und Schichtbetrieb

Trotz schwieriger Zeiten eine effektive Bauausführung mit einer unkomplizierten Handhabung durch die modernste Technologie für die Bodenaufbereitung mit dem Bodenaufbereitungssystem Separator & e.p.m®-Kalkstreuer und MTS-Verdichtertechnik der Firma MTS Gesellschaft für Maschinentechnik und Sonderbauten mbH aus Hayingen.

In Bad-Urach, Stadtteil Sirchingen werden derzeit die Erschließungsarbeiten für ein neues Baugebiet erstellt. Anhand von einem geologischem Gutachten war mit wechselnden ton-schluffigen Böden, teilweise mit ausgeprägt felsigem Jura-Kalkstein der Bodenklasse 7 zu rechnen. Für die Entwässerung wird in offener Bauweise ein Trennsystem aus Polypropylen-Rohre DN 315 auf eine Länge auf cirka 600 m in einer Grabentiefe bis 6,00 m erstellt.

Das zuständige Ingenieurbüro itr Ingenieurteam Rieber GmbH aus Tuttlingen hat auf Grund der schwierigen Bodenverhältnisse bei der Ausschreibung einen kompletten Bodenaustausch mit Siebschutt und Splitt vorgesehen. Um die Kosten zu reduzieren, bzw. um auskömmlicher kalkulieren zu können, hat die innovative Firma Schrode GmbH Tief- und Straßenbau aus Zwiefalten zur Submission ein Nebenangebot ausgearbeitet, das eine Bodenverbesserung mit Bindemittel oberhalb der Rohrleitungszone und eine mechanische Bodenverbesserung für die Verfüllung der Rohrleitungszone beinhaltet.

Nach eingehenden Prüfungen, die Vorgaben der ZTVE-StB 94/97 nach Maßnahme 11 (Bodenverbesserung mit Bindemitteln) und Maßnahme 12 (Mechanische Bodenverbesserung) waren gegeben, wurde das Nebenangebot im Sinne der VOB § 25 Nr.5 gewertet.

Die Erschließungsarbeiten werden mit einem Liebherr Raupenbagger 924 im Schichtbetrieb ausgeführt. Um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen, wurde dieser Bagger mit einem OilQuick Schnellwechselsystem ausgerüstet. Mit diesem Schnellwechselsystem wird ermöglicht, hydraulische Anbaugeräte im Sekundentakt zu wechseln, ohne dass der Baggerfahrer aussteigen muss. Tagsüber wird der Liebherr Raupenbagger 924 für den Vortrieb eingesetzt, d.h. für den Aushub, die Rohrverlegung und für die Aufbereitung des Bodens für die Rohrleitungszone. Entsprechend der DIN EN 1610 darf bei biegeweichen Abwasserrohren ein maximales Korn von 20 mm verwendet werden. Dies war bisher in der Regel der Grund dafür, dass für die Leitungszone ein Austauschmaterial verwendet werden musste. Diese Herausforderung wird jetzt mit dem neuem Schaufelseparator gelöst. Dieser wird an den Bagger mittels dem OilQuick-Schnellwechselsystem an den Bagger angekuppelt. Nach der Rohrverlegung wird das felsige Material aufgenommen und auf eine Korngröße von 20 mm zerkleinert und zugleich beim Zerkleinern direkt in die Leitungszone eingebaut. Dieses aufbereitete Material besitzt die Eigenschaft wie ein Schottergemisch und wird sogar für die Bettung verwendet.

Der neben dem Maschinenführer eingesetzte Facharbeiter, der tagsüber für die Rohrverlegung, Schachtbau und Organisation zuständig ist, beendet gegen 17.00 Uhr seine Arbeit. Der Maschinenführer, der im Dreitagetakt mit einem zweiten Maschinenführer die Schicht wechselt, beginnt dann ohne weitere Mitarbeiter mit der Bodenverbesserung mit Bindemittel und dem Einbau einschl. dem Verdichten des verbesserten Bodens oberhalb der Rohrleitungszone.

Das Bindemittel wird hierbei mit dem e.p.m-Streuer dosiert auf das Aushubmaterial ausgestreut. Die Dosierung des Bindemittels wird den Bodenverhältnissen und der Witterung angepasst (nur so viel wie erforderlich, um eine optimale Verdichtung zu erzielen). Um der Staubentwicklung entgegenzutreten, wird ein staubreduzierendes Mischbindemittel Dorosol PRO von GEOROC eingesetzt. Anschließend wird mit einem Schaufelseparator, ausgerüstet mit speziellen Stabilisationstrommeln, das Bodenbindemittelgemisch aufgenommen und beim Mischen direkt in den Kanalgraben mit einer Leistung bis zu 80,00 m3/Std eingebracht. Da bei dem vorhandenen Boden der vorhandene Steinanteil weitgehend zerkleinert wird und als Korngerüst für die Tragfähigkeit fungiert, kann die Bindemittelmenge auf ein Minimum unter 10 kg/m3 (0,50 %) reduziert werden.

Die Bodenverbesserung und die Verdichtung erfolgen sukzessive. Nach dem Verfüllen wird abschnittsweise die Grabenverdichtung direkt vom Bagger ausgeführt.

MTS-Universalverdichter MTS-Universalverdichter Verwendet werden hierfür MTS-Universalverdichter für die Verdichtung der Rohrleitungszone und um Schächte und große MTS-Plattenverdichter für den Hauptgraben. Diese werden an den Bagger angekuppelt und über die Hydraulik des Baggers betrieben. Umfassende Untersuchungen haben ergeben, dass durch die enorme Schlagkraft und der intensiven Tiefenwirkung der MTS -Verdichter über die doppelte Schüttlage als bei herkömmlichen Grabenwalzen eingebaut werden kann. Somit erzielt diese Kombination bis zur dreifachen Verdichtungsleistung. Durchgeführte Luftdruckprüfungen (nach DIN 1610 Prüfung mit Luft Verfahren LC Seite 11 Tabelle 3) und Kanalfernsehuntersuchungen der bereits verlegten 500 m Polypropylenrohren haben ein einwandfreies dichtes Kanalrohr ohne Verformung ergeben.

Mit diesem Gesamtkonzept, Bodenverbesserung & Verdichtungstechnik, ausgerüstet mit einem OilQuick-Schnellwechselsystem werden zum Einen enorme Kosten für den Bodenaustausch eingespart, die Verdichtungsarbeiten wesentlich kostengünstiger ausgeführt und zum Anderen ein gewisser Automatisierungsgrad erreicht, der bisher undenkbar war und sogar zulässt einen Schichtbetrieb einzuführen. Neben der neuen Möglichkeit der ökonomischen Personalreduzierung entsteht als Synergieeffekt eine wesentlich bessere Auslastung des Baggers. Karriere Stellenangebote Stellenangebote Weiterführende Detailinformationen zu den Stellenangeboten finden Sie hier >>