Über 70 % umweltschonender und wirtschaftlicher!

In Filderstadt-Plattenhardt wird derzeit von der Firma Moll, Tief-Strassenbau aus Gruibingen das Gewerbegebiet „Pfaffenweg III“ erschlossen. Für die Entwässerung wird in offener Bauweise ein Trennsystem aus Stahlbeton- und PP-Rohren von DN 250 bis DN 600 mit einer Gesamt-Rohrlänge von cirka 700 m und einer Verlegetiefe bis 5,00 m erstellt.

Aufgrund der geologischen Verhältnisse, der anstehende Boden ist überwiegend tonig-schluffig (Filderlößboden) einzustufen mit einem zu hohen natürlichen Wassergehalt, wurde vom ausschreibenden Ingenieurbüro ein Bodenaustausch vorgesehen, also den anstehenden Boden entsorgen und durch Siebschutt ersetzen.

Um die Kosten zu reduzieren, hat die Firma Moll hierzu eine alternative Bauweise angeboten. Der technische Sondervorschlag beinhaltete eine Bodenverbesserung von 2500 m³ Erdaushub entsprechend der ZTVE-StB 94/97 nach Maßnahme 11 (Bodenverbesserung mit Bindemitteln). Wegen der unterschiedlichen Kenngrößen des Wassergehaltes ist das Bindemittel entsprechend zu dosieren und der Boden unmittelbar nach dem Aushub sukzessive aufzubereiten und wieder einzubauen. Nach eingehender Prüfung auf Gleichwertigkeit entsprechend § 25 Nr.5 VOB/A wurde vom Erschließungsträger, der Hans Lamparter GmbH, das Nebenangebot gewertet.

Dem Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetz entsprechend (unbelastetes Aushub- material wieder zu verwenden anstatt zu deponieren), kam das Verfahren e.p.m® („excavator power mixer“) zum Aufbereiten von Bodenaushub in folgender Arbeitsweise zur Ausführung:

  • Unbelasteter Aushub seitlich lagern
  • Bei bindigen Böden das Bindemittel (staubreduziertes Bindemittelgemisch Weißfeinkalk/Zement) mit einem am Bagger angebautem e.p.m®-Streucontainer auf dem Aushubmaterial kontrolliert ausstreuen.
  • Bindemittel/Bodengemisch mit einem am Bagger angebautem Schaufel-separator ggfs. auf eine Korngröße 0-20 mm, bzw. 0-40 mm zerkleinern und verbessern.
  • Verbessertes, einbaufähiges Aushubmaterial
  • Leitungszone sowie Leitungsgraben einbauen.

Fa. Moll, Tief-Strassenbau wendet dieses epm®-Verahren der MTS , Gesellschaft für Maschinentechnik und Sonderbauten mbH, aus Hayingen an, weil sie so die Einhaltung der Anforderungen nach ZTVE gewährleisten kann. Durch die äußerst flexible Arbeitsweise, was die Bindemitteldosierung und die Aufbereitung mit dem Schaufelseparator betrifft, kann die Baustelle auf wechselnde Bodenarten und Wassergehalte sofort reagieren und hat somit immer einen optimal aufbereiteten Baustoff zur Verfügung, so die Aussage von Dipl. Ing. Rolf Gehrer (GF Moll, Tief-Stassenbau). Betrachtet man neben dem wirtschaftlichen auch noch den ökologischen Nutzen, so Rolf Gehrer weiter, gebe es keine sinnvolle Alternative zur Wiederverwendung von auf der Baustelle gewonnenem Boden. Die ökologische Seite verdiene durchaus eine kurze Betrachtung:

Ursprünglich war geplant 2550 m³ Boden auf einer Deponie in 27 km Entfernung zu entsorgen. Die selbe Menge hätte (zum Teil als Rückfracht mit Sattelzügen) zur Rückverfüllung wieder angefahren werden müssen. Bei einem durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von 50 l / 100 km und einem CO2 Ausstoß von 2,65 g/l wären pro m³ Bodenaustausch ca 2,2 Liter Diesel verfahren und 5,7 kg CO2 unnötig produziert worden. Bei einer Menge von 2550 m³ summiert sich dies auf 5.500 Liter Diesel und 14.250 kg CO2.

Dagegen steht die Bodenverbesserung mit Bindemitteln in situ ( 35m³/h und Verbrauch 20 l/h) mit einem Kraftstoffverbrauch von 0,57 l/m³, also einer Reduzierung von rund 74 %. Die Fa Moll hat also durch ingenieurmäßige Überlegungen die natürlichen Ressourcen (sei es Diesel, Deponieraum oder Mineralstoffvorkommen) geschont und gleichzeitig eine unnötige Schadstoffemission verhindert. Der Erschließungsträger konnte durch die Anwendung des epm® Verfahrens noch erhebliche Baukosten einsparen.

Die Bodenverdichtung wird bei der Fa Moll schon seit langem mit MTS Anbau-verdichtern durchgeführt , weil der Nutzen dieser Anbaugeräte so hoch ist, dass sich Polier Wilhelm Späth und Geräteführer Peter Neudert nicht mehr vorstellen können die geforderte Leistung ohne die Anbauverdichter zu erzielen . Der große Vorteil liegt, so die beiden Fachmänner, in den mehr als 3 mal so großen Einbau-Schichtdicken wie bei der herkömmlichen Verdichtung und der Tatsache, dass sich bei der Verdichtungsarbeit kein Personal mehr im Graben aufhalten muss.

Für die Verwendung der MTS Verdichter spricht die durchdachte Konstruktion, die es dem Geräteführer erlaubt überall dort zu verdichten wo es notwendig ist, sei es unter Verbaustreben oder an schwer zugänglichen Stellen im Arbeitsraum von Kontroll-schächten. Besonders wichtig ist für den Bauleiter Markus Höger der Einsatz der Anbauverdichter aus der „X 2“ –Reihe. Hier kann der Geräteführer die Schlagkraft hydraulisch um 40 % reduzieren, wenn er unnötige Umgebungsschwingungen vermeiden will. Dadurch kann beim Verdichtungsprozess die Schlagkraft vom Fahrersitz aus genau den angetroffenen Randbedingungen angepasst werden und Schwingungsschäden erst gar nicht entstehen lassen.

Bleibt fest zu stellen, dass der Einsatz aller vor beschriebenen Verfahren und Technologien nur möglich ist, wenn der Bagger als Trägergerät mit einer vollhydraulischen Schnellwechseleinrichtung (likufix, OilQuick) ausgestattet ist, die es dem Geräteführer erlaubt die Anbaugeräte sowohl mechanisch als auch hydraulisch im Sekundentakt zu wechseln , ohne sein Führerhaus verlassen zu müssen.

Für das Baustellenpersonal bleibt die Erkenntnis , dass die Entwicklung in Richtung Automatisierung im Kanalbau immer weiter geht und dass eine stetige persönliche Weiterbildung in diese Richtung unabdingbar ist. Dies haben auch die Fachleute der MTS aus Hayingen erkannt und bieten spezifische Fortbildungsseminare an, die von den Kunden sehr gerne besucht werden. Allein über 300 Seminarteilnehmer in diesem nicht vorhanden Winter geben hierfür beredtes Zeugnis. Dipl. Ing. Horst Möhrle