Hangsicherung mit verbesserten Böden

Bodenverbesserung mittels e.p.m StreuerEine ökonomisch wie ökologisch sinnvolle Alternative zum herkömmlichen, kostenintensiven Bodenaustausch stellt die Bodenverbesserung direkt auf der Baustelle dar. Bereits seit Jahrzehnten wird diese Arbeitsmethode im Verkehrswegebau und in der Flächenbearbeitung erfolgreich praktiziert. Für die Verbesserung von Böden in beengteren Verhältnissen kommt das epm –Verfahren der Firma MTS aus Hayingen zum Einsatz. Mit dem e.p.m. Bindemittelstreuer wird das Bindemittel dosiert und staubfrei auf den Bodenaushub ausgebracht, anschließend mit einem Schaufelseparator durchmischt und homogenisiert und im Anschluss sofort wieder eingebaut. Gleichzeitig werden Steine und andere Störstoffe abgesiebt. Je nach Schaufelgröße und Typ ist eine Stundenleistung bis zu 100m³ möglich. Die Wiederverwertung des Bodenaushubs bedeutet eine deutliche Kostensenkung, eine wesentlich geringere Umweltbelastung und einen beschleunigten Baustellenfortschritt, da Transporte zur Deponie sowie Materialtransporte zur Baustelle entfallen.

Diese Gedanken mögen die Verantwortlichen der Fa. Erne aus Laufenburg (CH) beeinflusst haben, als Sie die Ausschreibung zum Neubau der „NK 107 - Neue Staffelbergstrasse“ in Küttigen, im Kanton Aarau bearbeiteten. Über das technische Nebenangebot konnten sie schließlich den Auftrag aquirieren. Hierbei war vorgesehen, die Böschungssicherung durch eine bewehrten Bodenstützwand aus ca 15.000 m³ Kiesmaterial herzustellen. Dazu musste entsprechend der Trassengeometrie eine bestehende Böschung abgetragen und entsorgt werden. Die Überlegung lag auf der Hand, das ausgehobene Material mit Bindemittel zu verbessern und sofort zur Herstellung der Stützwand zu verwenden.

Aus der durchgeführten Eignungsprüfung ergab sich ein Bindemittelbedarf von 1-1,5 Massenprozent, das entspricht etwa 22 kg Bindemittel pro m³ Boden. Zur Verwendung kam das Mischbindemittel Dorosol C 30 , welches durch seinen hohen Anteil an hydraulischen Bestandteilen die Erreichung einer ausreichenden Tragfähigkeit gewährleisten sollte. Die Statik sah vor, die auftretenden horizontalen Zugkräfte durch die Einlage einer Zugbewehrung aus Geotextil, alle 27 cm Wandhöhe, aufzunehmen. Daraus resultiert eine detaillierte Ablauf- und Personalplanung der Baustelle. Für Manfred Nussbaum, dem verantwortlichen Polier, war schon nach wenigen Tagen klar, dass er hier das richtige Verfahren gewählt hatte. Beim Aufbereiten, Homogenisieren , Einbauen und Verdichten konnten Tagesleistungen von bis zu 700 m³ /d realisiert werden. Die durchschnittliche Einbauleistung hat sich bei 350 m³/d eingestellt. Zum Einsatz kamen für die Bodenverbesserung ein Bagger EC240 mit Schaufelseparator SM 3-17/ X 75, ein epm-Bindemittelstreuer , Bindemittelsilo 22 m³ mit Druckentleerung und für den Einbau ein Dumper , ein Bagger 5 to und ein Walzenzug 7 to.

Durch die guten Erfahrungen bestärkt, wurden dann Aushubmassen aus dem Strassenbau ebenfalls verbessert und für die Erstellung der Stützwand verwendet, so dass am Ende die gesamten 15.000 m³ Bodenmaterial durch die Verbesserung von Aushubmaterial gewonnen werden konnten. Besonders hervorzuheben ist für Polier Manfred Nussbaum die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Bindemitteldosierung durch den epm-Streuer., über die Gesamtmasse gesehen war die Abweichung nicht grösser als 5 % vom Sollwert. Die Einbauqualität hinsichtlich Tragfähigkeit und Verdichtungsgrad wurde ständig durch Eigenüberwachungs- und Fremdprüfungen kontrolliert und ergab keinerlei Grund zu Beanstandungen. Alles in Allem konnte hier durch die Anwendung innovativer Verfahren ein für den Auftraggeber wirtschaftlich günstiges Angebot realisiert werden bei gleichzeitiger Schonung natürlicher Ressourcen