Enorme Einsparpotenziale

Mit teilautomatisierter Bodenaufbereitung Kosten reduzieren
„Während die einen über schlechte Zeiten jammern, suchen die anderen nach effektiven Einsparpotenzialen“, meint Otto Linder, Bauleiter der Firma Glass aus Mindelheim. Er und sein Team setzt bei Kanalbaustellen-Kalkulationen darum auf Bodenaufbereitung und Teilautomatisierung – so auch bei der aktuellen Erschließung eines Neubaugebiets im bayrischen Stetten.

„Konkret geht es um die Erschließung von 22 Bauplätzen – inklusive Hausanschlüssen, Wasserleitungen, Schmutz- und Regenwasserkanälen“, erklärt Klaus Beer, zuständiger Polier der Firma Glass, während sein Zeigefinger über die Baupläne wandert. „Um die Kosten für das Projekt möglichst tief zu halten und trotzdem nicht an der Qualität der Ergebnisse zu kratzen, bereiten wir anstehende Aushübe mittels e.p.m.- Verfahren auf und sparen uns so den Bodenaustausch." Das von der Firma MTS entwickelte Bodenverbesserungsverfahren setzt auf die dosierte Beimischung von Bindemitteln mittels hydraulisch gesteuerten MTS-Bindemittelstreuers und reduziert laut Hersteller Emissionen und Kosten um bis zu 80 Prozent im Vergleich zum herkömmlichen Bodenaustausch. „Allein beim Straßenoberbau können wir mit dem aufbereiteten Material die Schichtstärke der Kiestragschicht von 60 cm auf 30 reduzieren und uns so die Kosten für das Austauschmaterial und dessen Transport sparen. Letztlich haben wir darum den Zuschlag für das Nebenangebot bekommen.“

Für jeden Einsatz das richtige Gerät
Auch beim Verdichten der aufbereiteten Böden vermeidet das Glass-Team unnötige Kosten: Ein neuer Anbauverdichter der Firma MTS ersetzt die handgeführte Rüttelplatte und damit – laut Baggerpilot Rainer Adler – wenigstens einen Mann. Der Geräteführer demonstriert, wie er mittels vollautomatischer Baggerhydraulik und intelligenten Schnellwechselsystems (OQ 70/55) in Sekunden zwischen MTS-Bindemittelstreuer, Schaufelseparator (SM 3-17 X 75) und Anbauverdichter wechseln und die Bodenaufbereitung samt Verdichtung völlig selbstständig von der Fahrerkabine aus steuern kann. Das Wechseln der Anbauplatten mittels hydraulischen Wechseladapters (MTS WA) demonstriert Adler ebenfalls. „Sogar die Arbeit an kritischen Rohrleitungszonen und Hausanschlüssen ist mit dem VP 14-10 X2 kein Problem mehr“, ergänzt Adler, denn er erlaubt das Regulieren der Schlagkraft beim Fahren der gleichen Frequenz. Die mit der gezielten Teilautomatisierung einhergehende Ersparnis ist enorm: „Sie reduziert die Gerätestillstandszeiten auf ein Minimum und garantiert dabei maximale Leistung“, argumentiert Polier Beer. „Allein bei der Baustraße brauche ich mit der großen Verdichterplatte gerade einmal 20 Minuten für 150 m – im Gegensatz zur handgeführten Rüttelplatte, die für die gleiche Strecke leicht 2 bis 3 Stunden im Einsatz ist“, ergänzt sein Kompagnon. Hinzu kommen die bis zu dreimal höheren Schütthöhen. „Damit sparen wir uns neben der Zeit auch den Verbau und das Unfallrisiko – weil keiner mehr in den Graben muss.“

Überlegene Technik
Der versierte Baggerfahrer weiß, wovon er spricht: In den letzten 4 Jahren hat er an die 60.000 m3 Boden aufbereitet und verdichtet. „An Rekordtagen bis zu 800 m3 – und trotzdem sind die Geräte noch nahezu im Originalzustand“, erzählt er nicht ohne Stolz. Neben den schlagkräftigen Kosten- und Zeitargumenten überzeugt ihn und seine Kollegen aber vor allem die Technik: „Wir haben verschiedene Modelle im Hinblick auf Handhabung, Verdichtungswerte und Schütthöhen verglichen“, berichtet der Polier. „Die MTS-Geräte haben uns dabei auf ganzer Linie einfach am meisten überzeugt“. So schmücken den Gerätepark der Firma Glass mittlweile mehrere Anbauverdichter, Schaufelseparatoren, Bindemittelstreuer und umgerüstete Bagger. Weitere Anschaffungen sind geplant, „um auch auf lange Sicht dem zunehmenden Kostendruck standhalten zu können“, resümiert Beer abschließend.