Erfolgsgeschichte MTS

Wie wir wurden was wir sind

„Wer in unsere Technologie investiert, investiert in die Zukunft seines Unternehmens“, bringt Rainer Schrode, Geschäftsführer der MTS Gesellschaft für Maschinen- und Sonderbauten mbH seine Produktphilosophie auf den Punkt. Entsprechend konsequent ist seine Produktpalette darauf ausgerichtet, die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Arbeitsabläufen auf Baustellen zu optimieren, um seinen Kunden im immer schärfer werdenden Preiskampf das Überleben zu sichern. Dass die Rechnung für beide Seiten aufgeht, beweist das seit Firmengründung stetig wachsende Umsatzplus des Hayinger Automatisierungsspezialisten – „auch und vor allem in Krisenzeiten“, betont Schrode. „Denn spätestens wenn die Preisschraube anzieht, sind Unternehmer einfach gezwungen, sich über Einsparpotenziale Gedanken zu machen“.

Verschwendung vermeiden
Das Prinzip „Umdenken“ und „antizyklisch investieren“ zeichnet nicht nur Schrodes Handlungsempfehlung an Unternehmer, sondern auch seine eigene Unternehmensgeschichte aus. „Wer in einem Haifischbecken überleben will, muss erstens schnell und zweitens um die Ecke denken“, ahnte Schrode schon, als er 1994 seine erste Firma gründete: ein regional tätiges Bauunternehmen, das in Sachen Automatisierung echte Pionierarbeit leistete.

So galt es seinerzeit, bei der Erschließung von 80 Bauplätzen über 6000 ccm Boden auszutauschen. Eine Verschwendung von wertvollem Baustoff, die Schrode weder als Schwabe noch als Tüftler über sein Unternehmerherz brachte. Inspiriert vom Effizienzgedanken nutzte er das Bauprojekt als Feldversuch für seine Pioniergedanken zu einem ressourcenschonenden Bodenaufbereitungsverfahren, bei dem der Boden unmittelbar nach dem Aushub wieder eingebaut wird. Das auf dieser Denkvorlage beruhende und mit dem „Business Chance Innovationspreis 2000“ ausgezeichnete e.p.m-Bodenaufbereitungs-Verfahren (mehr Infos unter www.bodenaufbereitung.de) war Ausgangspunkt der MTS-Gründung. Mittlerweile hat Schrode das e.p.m-Verfahren soweit optimiert, dass seine Kunden über den Wegfall von Material-, Transport- und Deponiekosten von bis zu 80 Prozent an Bodenmanagementkosten einsparen können.

Schwabenpower trifft Tüftlergeist
Der Erfolg seiner Gründungsidee motivierte Schrode dazu, sich dem Automatisierungsgedanken folgend einem weiteren Anbaugerät mit noch größerem Marktpotenzial zu widmen: dem Anbauverdichter. Der ursprüngliche Plan, Fremdgeräte zu vertreiben, scheiterte an der Bereitschaft des Herstellers, die Geräte auf die Anforderungen des deutschen Marktes hin zu optimieren. Inspiriert von dem ihm eigenen Tüftlergeist entschied Schrode mit seinem engsten Mitarbeiter, Herrn Heinz Wagner darum ein zweites Mal, dass „wir den Schmarren selber besser machen können“ und begann mit der Konstruktion eines eigenen Verdichtermodells, dessen Folgegenerationen heute mit rund 35 Prozent Umsatzanteil und einem geschätzten Marktanteil von 75 Prozent die MTS-Produktpalette anführen.

„Der Weg hierhin war lang und steinig“ erinnert sich Schrode. „Wir wollten anfangs das Rad neu erfinden und haben dabei teures Lehrgeld bezahlt. Das tat weh, hat sich unterm Strich aber in jeder Hinsicht ausgezahlt, denn wir haben über die Jahre ein umfassendes Knowhow rund um das Thema Bodenverdichtung aufgebaut. So konnten wir uns mittlerweile als Innovationsführer für vollhydraulische Anbauverdichter etablieren und lassen uns in Sachen Verdichtungstechnologie von niemandem mehr etwas vormachen.“

Starke Trümpfe für die Zukunft
Finanziellen Spielraum für die Entwicklung seiner Anbauverdichter gab ihm in den Gründungsjahren sein Bauunternehmen. „Die Schrode Bau GmbH hielt uns in dieser Hinsicht den Rücken frei und war überdies der perfekte Partner, um unsere neuen Entwicklungen auf Baustellen im Live-Einsatz zu testen und Kunden zu präsentieren. Im direkten Austausch mit unseren Maschinenführern erhielten wir darüber hinaus Anregungen für Optimierungsmöglichkeiten für Weiterentwicklungen unserer Geräte.

Auch mit seinen sonstigen Partnern hatte Schrode starke Trümpfe in der Hand. „Teilautomatisierung setzt sauber aufeinander abgestimmte Produkte dar, die naht- und reibungslos ineinander greifen können“, erklärt Schrode. „Um das langfristig garantieren zu können, haben bei der Wahl unserer Systempartner die Messlatte gleich oben angesetzt und uns für eine enge Zusammenarbeit mit OilQuick, dem führenden Anbieter von Schnellwechselsystem und ALLU, dem Weltmarktführer für multifunktionale Schaufelseparatoren entschieden.“ Später stellte sich Schrode zwecks Vervollständigung seiner Produktpalette noch den Schweizer Abbruch- und Recycel-Spezialisten EGLI an die Seite.

Antizyklisch investieren
Um seinen ehrgeizigen Plänen einen passenden Rahmen zu geben, verlegte Schrode 2002 seinen Standort vom heimischen Sonderbuch nach Hayingen und bezog hier ein ehemaliges 10.000 qm großes Firmengelände mit Verwaltungsgebäude, 7000 qm großem Demogelände und großzügiger Fläche für den Bau einer neuen Produktions- und Werkstatthalle.

8 Jahre später nahm Schrode entgegen dem allgemeinen wirtschaftlichen Trend ein zweites Mal Geld in die Hand und investierte über 1 Millionen Euro in 2 CNC-Bearbeitungszentren. „Ausschlaggebend war der Faktor Zeit und Qualität“, erklärt Schrode. „Wir wollten zum einen Lieferantenprobleme umgehen und Kundenwünsche und Optimierungen aus der Konstruktionsabteilung schneller umsetzen. Zum anderen ging es uns darum, komplexere Bauteile in der von uns für nötig befundenen Qualität selber fertigen zu können.“

Auf stabilem Expansionskurs
Der hohe Qualitätsanspruch kommt an und selbst Liebherr führt in seinen Mietpark heute serienmäßig MTS-Anbauverdichter. Zwei von drei verkauften Verdichtern sind mit einem selbst gefertigten R9- oder R6-Drehwerk ausgestattet – Nachfrage und Kundenzufriedenheit steigend. Auch die sonstige Umsatzentwicklung weist dynamisch nach oben und ist perspektivisch kaum abzusehen. „Jährlich werden über 1.000 Bagger mit Schnellwechslern ausgestattet und damit für die Automatisierung fit gemacht – Tendenz steigend. Schrodes Sorge gilt darum nicht den künftigen Absatzmöglichkeiten, sondern der Möglichkeit, diese in einem angemessenen Zeitrahmen zu bedienen. Folgerichtig hat er bereits die nächste und bisher größte Investition ins Auge gefasst: den Bau einer neuen Produktions- und eine Freihalle. Das Grundstück ist bereits gekauft und die Konzeption des Neubaus steht.

Wissen sichert Zukunft
In dem geplanten Neubau wird neben der hauseigenen Entwicklungsabteilung die hauseigene MTS-Akademie einen neuen Rahmen finden: Moderne Seminarräume und eine für Live-Demonstrationen eingerichteten Freihalle mit 2500 qm Grundfläche sollen die äußeren Rahmenbedingungen auf das inhaltliche Niveau der qualifizierten Seminare heben. „Der Grund, dass wir uns an dieser Stelle in einer Form engagieren, die für ein Unternehmen unserer Größe einzigartig ist, liegt auf der Hand“, meint Schrode: „Der Einsatz innovativer Technologien stellt neue Anforderungen an den Tiefbau. Anwender und Entscheider müssen sich in immer komplexer werdenden Zusammenhängen zurechtzufinden. Unsere Seminare wollen die Grundlagen dafür vermitteln – damit unsere Kunden den maximalen Nutzen aus unseren Produkten ziehen können.“

Weil in Schrode nicht nur das Herz eines Herstellers, sondern auch das eines Überzeugungstäters schlägt, will er mit seinem Angebot nicht nur über Produkte informieren, sondern die Kursteilnehmer auch im Hinblick auf ihre konkreten Baustellenbelange herstellerunabhängig beraten und wo sinnvoll zum Umdenken bei der Planung von Arbeitsabläufen bewegen. „Ich bin eben kein typischer Maschinenbauer“, fügt er erklärend hinzu. „Im Grunde bin ich ein Bauigel, den es juckt, die „Fabrik Baustelle“ zu optimieren, um Unternehmen das Überleben zu sichern.“

Schlüsselfaktor Mensch
Entsprechend wehrt sich Schrode vehement gegen das Vorurteil, Automatisierung würde Arbeitsplätze im Tiefbau wegrationalisieren. „Im Gegenteil. Der Faktor Mensch wird dabei zur eigentlichen Schlüsselfigur und seine Arbeitskraft zugunsten sicherer und anspruchsvollerer Tätigkeiten umgenutzt. Hinzu kommt, dass nur die Unternehmen ihren Mitarbeitern eine Zukunft bieten können, die ihre Preise halten und ihre Produktivität trotzdem erhöhen können“. Darum gehört für ihn zu jedem Verkauf grundsätzlich immer auch eine umfassende Baustellenberatung. „Wir sehen uns nicht als Verkäufer, sondern als Partner unserer Kunden“.

Dass er mit diesem Ansatz richtig liegt, beweisen die auch in Krisenzeiten stabilen Umsatzzahlen seines Unternehmens. 2011 liegen diese bei 10,5 Millionen. Seine Mitarbeiterzahlen will er bis 2020 auf 80 aufstocken. „Maximal so viele, dass ich von jedem noch den Vornamen weiß“, flachst Schrode, der seit seiner Gründung das Ziel eines schlagkräftigen Unternehmen verfolgt, das behäbigen Großkonzernen in punkto Innovationskraft, Flexibilität und Nähe zum Kunden immer eine „Löffellänge“ voraus ist. Nicht in Frage kommt der Verkauf seines Unternehmens, versichert Schrode leidenschaftlich. „MTS ist unbezahlbar, denn auch für einen gestandenen Unternehmer geht es nicht immer nur ums Geld“.