Seminar in Reutlingen

Termin 17. März 2004 Innovative Technologie der Bodenverbesserung und der Bodenverdichtung im Kanalbau „Theorie und Praxis“

Hintergrund Seminarveranstaltung:
Gesetzliche Bestimmungen, insbesondere das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) vom 27. September 1994, fordern eine Abfallvermeidung vor einer Abfallbeseitigung, soweit dies technisch lösbar und wirtschaftlich zumutbar ist. Mit verschiedenen Systeme ist es in der Vergangenheit gelungen, vorhandene Böden wirtschaftlich aufzubereiten und wiederzuverwenden. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist es unabdingbar, technisches Hintergrundwissen zu erfahren und die Systeme im Bauablauf so einzusetzen, dass ein wirtschaftlicher Erfolg garantiert wird. Hierzu gehört, die Anforderungen beim Kanalbau zu kennen, bei einer Bodenverbesserung mit Bindemittel das richtige Bindemittel zu wählen und die geeignete Verdichtungstechnik einzusetzen.

Die Anforderungen im Kanalbau zu erzielen ist jedoch oftmals ein schwieriger Weg. Insbesondere im Städte-Kanalbau werden durch die beengten Verhältnisse und der örtlichen schlechten Bausubstanz der Einsatz der Verdichtungsgeräte oftmals zur Tortur, da die Erschütterungen schwere Schäden an den anstehenden Gebäude verursachen können. Die Lösung ist die Verflüssigung des Aushubes auf der Basis der Vermischung reiner Trockenkompenenten (Boden, Plastifikator, Konditioner, Stabilisator). Der verflüssigte Boden wird nach der Verlegung der Kanals, Leitungen und der Medienrohre ohne eine dynamische Verdichtung eingebracht. Immer häufiger wird zwischen den Vertragsparteien ein Pauschalpreis vereinbart. Was passiert bei Zusatzleistungen und Änderungen im Bauablauf, hat der AN Anspruch auf Vergütung?

Neue Verfahren gelangen in der Regel als Nebenangebot zum Auftrag. Um Haftungsrisiken minimieren oder ausschließen zu können, ist es unerlässlich, die rechtliche Grundlage im wesentlichen zu kennen Unter diesem Thema fanden in den letzten Jahren bundesweit verschiedene Seminare statt. Das letzte am 18. März 2004 im Tagungscenter Ambassador in Reutlingen. Mehr als 160 Mitarbeiter aus Bauunternehmen, Ingenieurbüros und Bauämtern waren allein bei der letzten Veranstaltung der Einladung gefolgt (über 200 Anmeldungen lagen vor, aus Platzgründen musste die Teilnehmerzahl reduziert werden).

Themen und Ablauf u.a.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Schrode, Geschäftsführer der MTS GmbH, referierte Herr Dr.-Ing. Schade vom Institut Dr. Schellenberg über die mechanische Bodenverbesserung und Bodenverbesserung mit Bindemittel, geeignete Bodenarten, über die Wirkungsweise der Bindemittel und über verschiedene Prüfverfahren im Erdbau.

Im Anschluß referierte Herr Dipl.-Ing. Horst Möhrle, Fachberater und Projektleiter der Firma MTS GmbH, mit dem Thema herkömmliche Bodenverbesserung, Produktübersicht über verschiedene Verfahren zur Bodenverbesserung im Kanalbau, technische Lösungen und einem Kalkulationsbeispiel. Herr Dipl.-Ing. Fischer von der Fa. GEOROC stellte in seinem Referat kurz seinen Arbeitgeber vor. Anschließend gab er einen Überblick die verschiedenen Spezialbindemittel. Anhand von Grafiken zeigte er die Wirkung dieser Bindemittel ausführlich auf.

Im Anschluß gab Herr Wagner, Produktberater der MTS GmbH, einen Überblick über verschiedene Verdichtungsgeräte im Tiefbau und deren Wirkungsweise. Herr Schrode, Geschäftsführer der Firma MTS referierte mit dem Thema Vergleich Verdichtungsfähigkeit und Verdichtungsleistung, Feldversuch verschiedener Verdichtungsgeräte und Automatisierung mit intelligenter Schnellwechseltechnik. Herr Dr.-Ing. Schade ging in seinem 2. Referat auf die Probleme der Anforderung an die Verdichtung ein. Anhand von einem Feldversuch, der von der Fa. MTS GmbH gemeinsam mit dem Institut Dr. Schellenberg durchgeführt wurde, wurde der Einsatz verschiedener Verdichtungsgeräte und ihre Wirkung aufgezeigt. Des weiteren wurde den Teilnehmern der Vergleich dieser Verdichtungsgeräte und die Verdichtungsleistung anhand von Bilder und Berechnungen aufgezeigt. Mit einem sehr interessantem Thema von Herrn Dipl.-Ing. Stolzenburg, von Logistic Consult Ingenieurgesellschaft mbH, wurde die Möglichkeit der Bodenverflüssigung im Städtebau in Verbindung mit Kombischachtsystem vorgestellt. Hierbei wurden ungeahnte Möglichkeiten präsentiert, die für den künftigen Städtekanalbau sehr bedeutend sind.

Zuletzt referierte Herr Dr. König von der Rechtsanwalt Dr. Blind & Dr. König über das Bauvertragsrecht. Herr Dr. König, Rechtsanwalt und Spezialist im Bauvertragsrecht, erläuterte wichtiges Hintergrundwissen in die Einbeziehung von Nebenangebote und Sondervorschlägen in Angebote und Verträge und in einem zweitem Thema referierte er über ein brisantes Problem der Zusatzleistungen und Änderungen im Bauablauf nach § 2 VOB/B erläutern.